Was?

"Die Linke machte einmal den Fehler anzunehmen, daß sie ein Monopol auf Antikapitalismus hätte; oder umgekehrt: daß alle Formen des Antikapitalismus zumindest potentiell fortschrittlich seien. Dieser Fehler war verhängnisvoll – nicht zuletzt für die Linke selbst.” Moishe Postone, 1974

"Neofaschistische Strömungen in aller Welt gehen... mit dem antisemitischen islamistischen „Widerstandskampf“ konform, obwohl sie gleichzeitig rassistische Stimmungen gegen Migranten aus den islamischen Ländern schüren. Auch große Teile der globalen Linken begannen umstandslos die Glorifizierung des alten „Antiimperialismus“ auf die islamistischen Bewegungen und Regimes zu übertragen. Das kann nur als ideologische Verwahrlosung gekennzeichnet werden, denn der Islamismus steht gegen alles, wofür die Linke jemals eingetreten ist; er verfolgt jedes marxistische Denken mit gnadenloser Unterdrückung und Folter, er stellt Homosexualität unter Todesstrafe und behandelt die Frauen als Menschen zweiter Klasse." Robert Kurz, "Der Krieg gegen die Juden" 2009

Diese Plattform ist ein Zusammenschluss parteiunabhängiger und autonomer linker Gruppen und Personen in Bayern.

Samstag, 25. Juni 2011

Protest gegen LINKE - MdB Groth in Nürnberg

Trotz der extrem kurzen Vorwarnzeit von nur wenigen Stunden fanden sich immerhin etwa 15 Protestierende aus der linksautonomen Szene, der Antifa und der jüdischen Gemeinden Nürnberg und Erlangen zusammen, um gegen die realitätsverzerrenden und antiisraelischen Äusserungen der Veranstalter_innen und Sprecher_innen zu protestieren.

Das friedliche Protestieren am Rande der Veranstaltung wurde von den anwesenden Free-Gaza-Pazifist_innen mit den üblichen verbalen und tätlichen Aggressionen beantwortet. Plakate wurden heruntergerissen, Personen angegriffen und mit Gegenständen attackiert.
Entlarvend auch die in der Wut der Veranstaltungsteilnehmer getanen Äusserungen:
"Palästina gehört den Palästinensern, und nicht den Juden." und die Symbolisierungen (Scheich Yasin-TShirts etc.).

Die von den Protestierenden hinzugezogene Polizei zog es dann allerdings vor, die geschädigten, friedlichen Protestler_innen vom Hallplatz auf die angrenzende Königstraße zu verweisen, teilweise wurden Personalien aufgenommen und mit Verstoß gegen das Versammlungsgesetz argumentiert.

Postitiv:
- trotz der kurzen Vorwarnzeit stellten die Protestierenden etwa 1/4 der Anwesenden
- es waren lediglich etwa 30-40 Kundgebungsteilnehmer_innen (angemeldet waren 250-500)
- keine LINKE-Fahnen, und das bei einer LINKE MdB! Wo der KV Nürnberg?

Hier sind ein paar Bilder (anklicken zum vergrößern), ein kurzer Film folgt bald.

"Palästina gehört den Palästinensern, und nicht den Juden."

diesmal kein Seitentransparent... 

Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Erlangen



Höchstens 30 Free-Gazianer


Radfahrer entriss Protestler eine Fahne und floh

Freitag, 24. Juni 2011

DIE LINKE - MdB Groth in Nürnberg

Am Samstag veranstaltet ein "Personenbündnis" um die MLPD-nahe "SI" eine Kundgebung mit der PDL- Frauendecksaktivistin Annette Groth.




























Um in Bezug auf SI Nürnberg mal ein wenig Übelkeit zu erregen, hier die Aufnahmen der "Free-Gaza-Demo 2010" -> "Kindermörder Israil", "Frauenmörder Israil" dank Milli Görus.



Zur Entspannung dann  LatmaTV:





Hoffentlich finden sich Menschen, die diesen Sexist/Innen und Antisemit/Innen die "Rote Karte" zeigen.


Donnerstag, 23. Juni 2011

Musikpiraten adden Terrorpaten

Die Musikpiraten e.V., ein der Piratenpartei nahestehender Verein zur "Förderung freier Kultur mit Schwerpunkt Musik als künstlerischem Ausdrucksmittel" möchte dieses Ziel zusammen mit dem DKP-nahen Deutschen Freidenker-Verband ("Lang lebe die Libysch-Arabische Dschamahirija!") und der in linken Kreisen als "nationalbolschewistisch" bezeichneten "junge Welt" umsetzen. 


1. Vorsitzender der Musikpiraten e.V. ist Christian Hufgard, ebenfalls Mitglied der Piratenpartei. Mittel zum Zweck ist im August ein Konzert in Frankfurt a.M., bei dem der US-amerikanischen Sänger und Liedermacher David Rovics auftreten soll.




Rovics, der in einem Interview mit der "Tehran Times" (eine regimetreue Zeitung im Iran) für "strong anti-Zionist, anti-Imperialist feelings" gelobt wird, unterstützt Terrororganisationen wie die "Volksfront zur Befreiung Palästinas", die keineswegs so erheiternd unfähig ist, wie im "Life of Brian" geschildert.  Die EU führt die Organisation auf ihrer Liste der Terrororganisationen. Rovics tritt auf Veranstaltungen auf, bei denen " durch T-Shirt-Verkauf Gelder für die Befreiungsbewegung gesammelt werden."


Wie schnell gerade im Musikbereich zwischen "rinks und lechtst" gewechselt werden kann, machte unlängst der ex-linke Rapper Makss ("Ich leite Giftgas lyrisch in Siedlungen die jüdisch sind") Damage klar, als er als antizionistischer, antiimperialistischer SDAJ-Kämpfer den Zug nach rechts nahm, und dort nun als antizionistischer, antiimperialistischer Kämpfer tätig ist.


Gleichfalls problematisch ist der nächste antizionistische Schlagerstern, die Band "Die Bandbreite". Vor wenigen Wochen, am 10. Juni erst, war "Die Bandbreite" Gaststar auf einer Veranstaltung die vom Jugendverband der rechtspopulistischen Schweizer Volkspar tei (SVP) unterstützt wurde. Sie lieferte den musikalischen Rahmen für die Vorträge der Schweizer Nationalräte Pirmin Schwander und Lukas Reimann (beide SVP). Die SVP machte mit der sogenannten "Ausschaffungsinitiative" und anderen ausländerfeindlichen Aktionen von sich reden.


Nach heftigen Protesten durch die Antifa, die den Texten der Band "sexistische, antisemitische und NS-relativierende Inhalte" bescheinigt, wurde der Auftritt auf dem DKP-Pressefest aus Furcht vor öffentlichen Protesten aus linken Kreisen schweren Herzens abgesagt. Ein Vorgang, der wiederum den "Freidenkern" nicht gefällt:
"Erst einladen, dann dem Druck der zionistischen Radaubrüder nachgeben, das ist ein fatales Signal."


Bezeichnenderweise kommt hinzu, dass im Januar 2011 Wolfgang Dudda, Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei und aktiv bei "Piraten gegen Rechts", seinen vorläufigen Rückzug aus dem Bundesvorstand verkündete. Grund: "seit über einem Jahr ausstehende Parteiausschlusverfahren gegen den Rechtspopulisten und Holocaustleugner Bodo T." Gnade für Gedankenverbrecher, heißt es dann.
Diesen Vorgang Parteischädigend zu nennen, ist schon sehr diplomatisch ausgedrückt. Die Satzung besagt:  "Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab."  Dass weder DKP (noch der ihnen nahestehende Freidenkerverband) oder Terrororganisationen wie PFLP und deren Supporter wie Rovics auch nur im Entferntesten mit den Idealen der Piratenpartei  kompatibel sind, dürfte wohl ausser Frage stehen.


Da aber die Musikpiraten e.V. ein eigenständiger Verein sind, besteht seitens der Partei nur die Möglichkeit, entsprechend auf ihre Mitgliedschaft einzuwirken um diesen Vorgang zu überdenken. Sehr bedenklich ist die Entwicklung, dass offenbar linke und rechte Antizionisten nun in der gleichen Partei eine Heimat gefunden haben, und damit die Anschlussmöglichkeiten an beide extreme Ränder vorhanden sind.
Die Parteibasis und auch die Führung ist hier gefordert, in beiden Fällen klare Kante zu zeigen. Dass Schweigen nicht funktionieren wird, zeigt aktuell die fast existentielle Krise der Partei DIE LINKE, die mit  identischen Problemen zu kämpfen hat.


Der Schoß ist fruchtbar noch...

Update 1:
Hinweis von Elke: "Die Piratenpartei Hessen und der Culex-Verlag, in dem unter anderem das Bandbreite-Buch "Die Wahrheit sitzt im Backstage" erschienen ist (http://www.culex-verlag.de/lyrik-verlag.html) betreiben gemeinsam die - wenn auch mittlerweile leicht eingeschlafene Aktion "Freiheitsgedanken" (http://www.freiheitsgedanken.net/)...

Hinweis von Martin: "Die im Artikel benannte Ausladung der Band "Die Bandbreite" vom "UZ-Pressefest" war gar keine wirkliche Ausladung. Statt des Auftritts wird es nämlich, an gleicher Stelle, eine Diskussionsrunde mit der Band geben. In einer Erklärung des Parteivorstandes wird von einer "'antideutschen' Kampagne" schwadroniert und die Band in Schutz genommen: http://reflexion.blogsport.de/2011/06/23/verschwoerungsrapper-auf-dem-pressefest-ii/"

Danke dafür!

Montag, 20. Juni 2011

Eike Geisel: Der hilflose Antisemitismus

Ein zwanzig Jahre alter Text, so gut wie neu:



Eike Geisel
Der hilflose Antisemitismus

Alle Jahre wieder. Wie die unvermeidlichen Feiertage, wie Ostern und Weihnachten, so gehören seit vielen Jahren regelmäßig wiederkehrende Rituale auch zum linken Kalenderjahr. Ein besonders fester Termin darin ist die jährliche Verabredung zu einer rhetorischen Fragestunde mit dem Thema: 

Gibt es linken Antisemitismus? 

Diese Fragestunde hat inzwischen eine über zwei Jahrzehnte reichende Tradition aufzuweisen, doch die ewigen Studenten sind der Frage noch immer nicht auf den Grund gekommen. Die Referenten bei der jährlichen Hauptversammlung linker Gewissensforschung sind so seltsam alterslos, wie ihr Thema zeitlos ist. Das Publikum wechselt von Zeit zu Zeit, doch das Podium trifft sich immer wieder. Es wirkt in einer unendlichen Geschichte mit, deren identische Fortsetzungskapitel sich allein durch den Namen des Schauplatzes unterscheiden. Mal ist es die Heimvolkshochschule Göppingen, mal die Evangelische Akademie in Arnoldshain, dann die Universität einer Großstadt oder irgendein sozialistisches Zentrum in irgendeiner nichtsozialistischen Kleinstadt.
In diesem Jahr tagte man in Hamburg. Dort wollten sich die linken Lehrer der alten Frage stellen. "Antisemitismus oder berechtigte Kritik an Israel?" lautete die schon sprachlich verunglückte Variation des Dauerthemas, mit der die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ende Oktober 1992
in Hamburg zur jährlichen Selbsterkundung aufforderte. Zwar wären vor der eigenen Haustür genügend Anlässe vorhanden gewesen, sich mit Antisemitismus zu befassen, doch bevor man sich damit abgab, mußte erst die linke Gretchenfrage beantwortet werden. Genauso gut hätte ein Verein
alternativer Pharmakologen seine Jahrestagung unter der Fragestellung "Grüner Schnupfen?" abhalten können.

Doch auch in Hamburg wollte man sich in der Tradition des linken Rituals nur wechselseitig versichern, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Dabei weiß jeder, daß es Linke gibt, die ihre Frau verprügeln oder ihre Kinder quälen, daß sie, wenn möglich, die Arbeitskraft andere ausbeuten; daß Linke gelegentlich ihre Freunde an Geheimdienste verraten und sie manchmal sogar umbringen.
Warum in aller Welt sollte es deshalb nicht auch linke Antisemiten geben?
Das Thema der Gewerkschaftsveranstaltung war aber nicht in diese schon hundertfach beantwortete Frage gekleidet. Es hieß "Antisemitismus oder berechtigte Kritik an Israel?". Schon die Formulierung verriet die Konfusion oder vielmehr die verdrückte, verschämte Absicht. Denn logisch kann das
Bindewort "oder", das eine Alternative ankündigt, kein Fragezeichen nach sich ziehen. Standen die Lehrer also vor der Wahl, sich für Antisemitismus oder Kritik zu entscheiden? Doch mit der Frage war auch schon die Antwort angedeutet. Das Beiwort "berechtigt" sollte, was sich für Kritik hielt, moralisch salvieren und gegen den Einwand, es gehe vielleicht antisemitisch dabei zu, unanfechtbar machen. Kritik freilich bedarf keiner Berechtigung. Wenn sie sich diese eigens bestätigt,
hat sie sich bereits dementiert und in Gesinnung verwandelt. Kritik kann jeder an jedem und können alle an allem üben, selbstverständlich auch an Israel. Doch wie in zahllosen vorausgegangenen Diskussionen war es auch in Hamburg nicht Kritik, sondern der Oberton konformierender Empörung, der die Debatte um die rhetorische Frage bestimmte. So unbeholfen sich diese Gesinnung hinter dem verquasten Titel der Veranstaltung versteckte, so unverfroren und direkt kam sie in einer Forderung zum Ausdruck. welche von einer "Arbeitsgruppe
Palestina im Friedesausschuß" formuliert worden war: "Nur wenn wir uns kritisch mit Israel auseinandersetzen, können wir glaubhaft im Unterricht latentem Antisemitismus entgegentreten" Unabhängig von allem anderen Unfug dieses Satzes könnte man seiner Logik zufolge rassistische Attacken gegen farbige Asylsuchende nur dann glaubhaft entgegentreten, wenn man vorher Südafrika
oder noch besser die USA kritisiert hat. 

Was Leute, die derlei formulieren, glaubhaft bestimmt nicht können, das ist: begründungslos, einfach als Gattungswesen dem Rassismus entgegentreten. Ohne böse Juden kein gutes deutsches Gewissen. Unmittelbarer Anlaß jener pädagogischen Behauptung wie der Gewerkschaftsveranstaltung selbst war der Ärger, den ein längeres Interview der "Hamburger Lehrerzeitung" mit Ralph Giordano ausgelöst hatte. Die Lehrer lamentierten: "Giordano denunziert linke und pazifistische Kritiker Israels, ohne diese Personengruppe näher zu kennzeichnen." Dieses Versäumnis Giordanos sei hier mit einer genauen Kennzeichnung dieser Personengruppe nachgeholt: es handelt sich beispielsweise um die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Hamburg.

Sonntag, 19. Juni 2011

Die Banalität des Guten

„Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, ist etwas Neues. Denn dieses Ressentiment hat alle praktischen und politischen Beweggründe abgestreift. [...] Dieser neue Antisemitismus erwächst weder aus niedrigen Instinkten noch ist er Ausfluss ehrbarer politischer Absichten. Er ist die Moralität von Debilen. Das antijüdische Ressentiment entspringt den reinsten menschlichen Bedürfnissen, es kommt aus der Friedenssehnsucht. Es ist daher absolut unschuldig, es ist so universell wie moralisch. Dieser moralische Antisemitismus beschließt die deutsche Wiedergutwerdung insofern, als sich durch ihn die Vollendung der Inhumanität ankündigt: die Banalität des Guten.“

Eike Geisel, 
Triumph des guten Willens. Gute Nazis und selbsternannte Opfer. Die Nationalisierung der Erinnerung, Berlin 1998


Mehr dazu: http://lizaswelt.net/2007/08/06/in-memoriam-eike-geisel/

Samstag, 4. Juni 2011

Das iranische Regime, der arabische Aufbruch und die Bedrohung Israels

Das iranische Regime, der arabische Aufbruch, und die Bedrohung Israels,
Vortrag von Stephan Grigat

am 8. Juli 2011,
Beginn: 19.00 Uhr,
VHS Erlangen,Großer Saal,
Friedrichstraße 19,
Eintritt frei

In dem Vortrag sollen Charakteristika der iranischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für Israel dargestellt werden. Die deutsche Unterstützung für das Regime in Teheran wird ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem soll die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits diskutiert werden.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisseswww.stopthebomb.net und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008) und „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Studienverlag 2010).


Eine Veranstaltung von:


Initiative gegen Renommage und Sentimentalität
Kommunistische Kritik.


Haskala Bayern
Plattform gegen Antisemitismus
http://haskala-bayern.blogspot.com/


Linksjugend `solid Bayern
Landesarbeitskreis Shalom
http://shalom-bayern.blogspot.com/

Demo "Keine antisemitischen Veranstaltungen in Hamburg "

Mittwoch, 1. Juni 2011

Zehn Gebote für moderne Antisemiten

Nachdem ich vor geraumer Zeit selbst auf die Lügen der linken antiisraelischen Propaganda hereingefallen bin und diese verbreitet habe, wofür ich mich heute am liebsten in Grund und Boden schämen möchte, habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, wie diese Propaganda eigentlich funktioniert. In der Tat denke ich, dass Antizionismus heute fast immer eine modernisierte Form des Antisemitismus darstellt. Auf diversen Internetforen, Blogs und anderen Webseiten bin ich auf stereotype Muster gestoßen, die überall gleich zu sein scheinen. Ich habe sie in den folgenden Zehn Geboten für moderne Antisemiten und solche, die es werden wollen, zusammengefasst. Ich hoffe damit einen Beitrag zur Aufklärung über eine schleichende Propagandamaschinerie zu leisten, die aktuell dabei ist, die Hirne vieler Menschen in Europa zu vernebeln. Weitere Anregungen und Kritik sind ausdrücklich erwünscht.

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Zehn Gebote für moderne Antisemiten und solche, die es werden wollen


Erstes Gebot - Hebe so oft wie möglich hervor, dass du kein Antisemit bist! Wenn nötig, lass dir eine möglichst dumme Ausrede einfallen, weshalb du nie und nimmer ein Antisemit sein kannst, z. B. weil die Palästinenser schließlich auch Semiten sind oder weil Jesus auch Jude war.

Zweites Gebot - Betone stets, wie schrecklich du den Holocaust findest, dass es jetzt aber wohl genug damit sei! Wie lange soll sich Deutschland, nach all den großzügigen Entschädigungszahlungen, denn noch kollektiv schuldig fühlen?

Drittes Gebot - Denk immer daran, was für ein mutiger, tabubrechender Held du doch bist, weil du Israel kritisierst! Deklariere dich möglichst als Opfer der "Antisemitismus-Keule". Ziehe aus dem Holocaust die Lehre, dass du nicht tatenlos zusehen kannst, wie die Israelis heute die Palästinenser unterdrücken. Unterdrückung in anderen Regionen dieser Erde ignorierst du geflissentlich, dort sind ja keine Juden am Werk.

Viertes Gebot - Immunisiere dich gegen jede Kritik. Die Massenmedien werden schließlich eh von den "Weisen von Zion" - Pardon, ich meinte natürlich die "Israel-Lobby" - kontrolliert, auch wenn statistisch gesehen rund acht Zehntel der gesamten westlichen Nahost-Berichterstattung neutral bis "israelkritisch" und nur ein Bruchteil tatsächlich pro-israelisch ist.

Fünftes Gebot - Miss mit zweierlei Maß: Selbst das kleinste Vergehen, dessen sich Israel schuldig macht, wiegt immer noch millionenfach schwerer, als das schlimmste von Palästinensern oder Anderen verübte Verbrechen! Verharmlose "Hamas, Hamas, alle Juden ins Gas"-Sprechchöre palästinensischer Demonstranten. Das meinen die doch eh nicht so...

Sechstes Gebot - Denk daran, die Palästinenser sind arme, unterdrückte Wesen! Ihre Terroranschläge auf israelische Schulbusse und Diskotheken sind nur verzweifelte Hilfeschreie. Israel hat kein Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Tut es das doch, ist dies nur ein weiterer Beweis für seine aggressive, unversöhnliche Haltung.

Siebtes Gebot - Sei vernichtend in deiner "Israelkritik": Benutze eine möglichst übertrieben-polemische Sprache, nenne Israel z. B. einen rassistischen, imperialistischen, kolonialistischen, Gottes-, Apartheids- oder was-auch-immer-Staat. Am besten sagst du, dass die Juden den Palästinensern heute dasselbe antun, was die Nazis früher den Juden angetan haben. Benutze Wendungen wie "Westbank-Ghetto" oder "KZ Gaza". Das wirkt, und es entlastet dich auch von deinen eigenen Schuldgefühlen gegenüber den Holocaustopfern! 

Achtes Gebot - Vergiss auch niemals, dass bereits Israels Entstehung ein schlimmes Unrecht war und es erst dann Frieden mit den Palästinensern geben kann, wenn Israel sich kollektiv und reumütig zu seiner historischen Schuld bekennt.

Neuntes Gebot - Such dir einen "guten Juden", der auch so "israelkritisch" ist wie du, z. B. Norman G. Finkelstein, Felicia Langer oder Uri Avnery. Betone dabei stets, dass wenn ein Jude etwas Kritisches über Israel sagt, es ja unbedingt auch stimmen muss. Und ein Jude kann schließlich kein Antisemit sein, gell?

Zehntes Gebot - Vergiss niemals: Im Zweifelsfall ist immer Israel schuld! Mach Israel prinzipiell für alle Übel dieser Welt verantwortlich! Solidarisiere dich mit der Hamas und Hisbollah, nimm an Anti-Israel-Demonstrationen teil, rufe zum Israel-Boykott auf! Gib dich dabei aber stets als "Freund" Israels aus.

Befolge diese Gebote, und du kannst dir sicher sein, dass du ein waschechter Antisemit bist. Herzlichen Glückwunsch!!!

Quelle: http://www.atheisten.org/forum/viewtopic.php?f=15&t=3841